Personal Implant System 

Dr. Schlotmann

Wer fehlende Zähne ersetzen möchte, wünscht sich eine feste, sichere und langfristige Lösung. Bei vielen Patienten ist das vorhandene Knochenangebot jedoch eingeschränkt, etwa nach Zahnverlust, Parodontitis oder gescheiterten Vorbehandlungen. Häufig entsteht dann der Eindruck, Implantate seien nur mit umfangreichem Knochenaufbau oder gar nicht mehr möglich. 

Doch die Implantologie hat sich weiterentwickelt. Moderne Verfahren wie das Personal Implant System (PSI) erweitern heute die Möglichkeiten in komplexen Fällen und ergänzen bewährte Konzepte wie All-on-4 sinnvoll. 

Wenn Kieferknochen für Implantate fehlt 

Damit ein klassisches Zahnimplantat sicher einheilen kann, benötigt es ausreichend festen Kieferknochen. Dieser Knochen dient als stabiles Fundament. Fehlt dieses Fundament, wird die Versorgung deutlich anspruchsvoller. 

Warum klassischer Knochenaufbau oft notwendig ist 

Reicht das vorhandene Knochenangebot nicht aus, wird in vielen Fällen zunächst ein Knochenaufbau empfohlen. Dabei wird eigener Knochen, Ersatzmaterial oder eine Kombination beider Verfahren eingesetzt, um wieder genügend Substanz für Implantate zu schaffen. 

Das kann medizinisch sinnvoll sein, bedeutet für Patienten jedoch häufig zusätzliche Eingriffe, längere Behandlungszeiten, mehrere Heilungsphasen und eine höhere körperliche wie organisatorische Belastung. Auch die Unsicherheit vor dem eigentlichen Implantat empfinden viele Betroffene als Herausforderung. 

Gerade Angstpatienten erleben diese Aussicht oft als große Hürde. 

Grenzen herkömmlicher Implantatmethoden 

Standardverfahren wie klassische Implantatlösungen oder All-on-4 bleiben in vielen Fällen bewährte Optionen. Neben Implantaten gibt es verschiedene Möglichkeiten des Zahnersatzes, die je nach Ausgangssituation sinnvoll sein können. Auch Kronen und Brücken können in bestimmten Situationen eine bewährte Versorgung darstellen. Bei stark zurückgebildetem Kieferknochen, besonderen anatomischen Verhältnissen oder nach Voroperationen stoßen solche Standards jedoch an Grenzen.  

Dann geht es unter anderem um ausreichend vorhandenen Knochen an der richtigen Stelle, den Schutz von Nerven oder Kieferhöhle, eine dauerhaft stabile Verankerung, den möglichen Umfang weiterer Eingriffe und ein ästhetisch überzeugendes Ergebnis. PSI kommt vor allem dann in Betracht, wenn individuelle Anforderungen eine erweiterte Planung sinnvoll machen. 

Was sind Patientenspezifische Zahnimplantate und das Personal Implant System (PSI)? 

Nicht jede Kiefersituation lässt sich mit einer Standardlösung optimal versorgen. Genau hier setzt das Personal Implant System (PSI) an. Dabei handelt es sich um Implantate, die auf Basis der persönlichen Anatomie individuell geplant und gefertigt werden. 

Patientenspezifische Implantate sind keine Standardlösung für jeden Patienten, sondern eine spezialisierte Option für komplexe Situationen, in denen klassische Verfahren an Grenzen stoßen. Ihre Stärke liegt darin, die Versorgung gezielt an die jeweilige Ausgangssituation anzupassen. 

Individuelle Zahnimplantate statt Standardlösung 

Im Unterschied zu klassischen Implantaten, die aus vorgegebenen Größen und Formen ausgewählt werden, entsteht bei PSI eine Versorgung, die sich an den tatsächlichen Knochenverhältnissen des Patienten orientiert. 

Grundlage dafür sind moderne digitale Verfahren wie: 

  • dreidimensionale Bildgebung des Kiefers  
  • exakte Vermessung der vorhandenen Knochenstruktur  
  • virtuelle Planung der späteren Versorgung  
  • computergestützte Konstruktion des Implantats  

So kann ein Implantatsystem entstehen, das gezielt auf schwierige anatomische Voraussetzungen abgestimmt ist. 

Wie funktioniert das Personal Implant System? 

Der große Vorteil moderner patientenspezifischer Implantate liegt nicht nur im Implantat selbst, sondern im gesamten Planungsprozess. Viele Entscheidungen werden bereits vor dem eigentlichen Eingriff digital vorbereitet. Das schafft Präzision, Transparenz und mehr Vorhersehbarkeit. 

Ablauf: Scan, Planung, Fertigung 

Am Anfang steht eine ausführliche Untersuchung. Dazu gehören Gespräch, klinische Befunde und in der Regel eine dreidimensionale Bildgebung des Kiefers. 

Auf dieser Basis wird die Behandlung präzise geplant. Dabei werden die vorhandene Knochensubstanz beurteilt, sensible Bereiche wie Nerven oder Kieferhöhle berücksichtigt sowie Position und Form der späteren Implantatlösung digital simuliert. Auch Funktion, Stabilität und Ästhetik fließen in die Planung ein. Erst danach erfolgt die individuelle Fertigung des Implantatsystems.  

Integration in moderne Konzepte wie All-on-4 

In komplexen Fällen kann PSI auch mit modernen Gesamtkonzepten wie Feste Zähne an einem Tag (All-on-4) kombiniert werden, um vorhandenen Knochen gezielt zu nutzen. Dabei ergänzt das Personal Implant System die bewährte All-on-4-Versorgung dort, wo individuelle anatomische Voraussetzungen eine erweiterte Planung sinnvoll machen. So entstehen Konzepte, bei denen Funktion, Halt und feste Zähne möglichst schnell wiederhergestellt werden können. 

Die Vorteile gegenüber klassischen Verfahren 

Bei schwierigen anatomischen Voraussetzungen können patientenspezifische Implantate klare Vorteile bieten. Dabei geht es nicht darum, bewährte Verfahren zu ersetzen, sondern für komplexe Ausgangssituationen zusätzliche Möglichkeiten zu schaffen. 

Behandlung oft ohne umfangreichen Knochenaufbau 

Ein häufiger Grund für abgesagte Implantatbehandlungen ist zu wenig vorhandener Kieferknochen. Bei klassischen Verfahren wird dann oft zunächst ein Knochenaufbau empfohlen. Durch die individuelle Anpassung an die vorhandene Anatomie kann beim Personal Implant System in geeigneten Fällen vorhandene Knochensubstanz gezielter genutzt werden. Das kann umfangreiche Aufbauverfahren reduzieren oder in bestimmten Situationen vermeiden. 

Wichtig ist dabei eine ehrliche Einordnung: Nicht jeder Knochenaufbau lässt sich ersetzen und nicht immer sind Implantate ohne Knochenaufbau möglich. Ob darauf verzichtet werden kann, entscheidet immer die persönliche Ausgangslage. 

Weniger chirurgische Eingriffe 

Wenn zusätzliche Aufbauoperationen entfallen oder reduziert werden, bedeutet das für viele Patienten oft weniger operative Termine, weniger Heilungsphasen, eine geringere Gesamtbelastung und einen überschaubareren Behandlungsverlauf. 

Schnellere Versorgung, teilweise feste Zähne an einem Tag 

Bei geeigneten Konzepten kann die Versorgung deutlich beschleunigt werden. In bestimmten Fällen ist sogar eine provisorische feste Versorgung am selben Tag möglich. Das bedeutet nicht, dass jede Behandlung an einem Tag abgeschlossen ist. Heilung, Einheilphase und endgültiger Zahnersatz bleiben wichtige Bestandteile. Dennoch kann der Weg zu festen Zähnen spürbar verkürzt werden. 

Höhere Präzision und Passgenauigkeit 

Da Planung und Fertigung auf den individuellen Kiefer abgestimmt werden, entsteht eine sehr hohe Passgenauigkeit. Das kann Vorteile bei der sicheren Positionierung, einer planbaren Belastungsverteilung, dem funktionellen Sitz, dem ästhetischen Ergebnis und einem besser vorhersehbaren Eingriff bieten.

Luca Schlotmann erklärt das Personal Implant System 

Im folgenden Video erklärt Luca Schlotmann, was hinter dem Konzept steckt, wie patientenspezifische Implantate geplant werden und warum diese Methode für bestimmte Patienten neue Perspektiven schaffen kann. 

Für wen ist diese Lösung besonders geeignet? 

Ob das Personal Implant System sinnvoll ist, entscheidet immer die persönliche Diagnostik. Besonders interessant ist die Methode häufig bei: 

  • starkem Knochenabbau im Ober- oder Unterkiefer 
  • Patienten mit langer Zahnlosigkeit 
  • gescheiterten Vorbehandlungen 
  • anatomisch schwierigen Voraussetzungen 
  • Patienten, denen Implantate bereits abgesagt wurden 
  • Menschen mit hohem Anspruch an Sicherheit und Planbarkeit 
  • Angstpatienten mit Wunsch nach einer möglichst überschaubaren Lösung 

Neue Möglichkeiten für feste Zähne trotz wenig Kieferknochen 

Das Personal Implant System (PSI) kann für Patienten mit schwierigen Ausgangssituationen eine hochwertige individuelle Lösung sein, besonders dann, wenn klassische Standardimplantate an Grenzen stoßen. Das System ersetzt etablierte Methoden wie All-on-4 nicht, sondern ergänzt sie dort, wo individuelle Lösungen gefragt sind. Durch digitale Planung, passgenaue Fertigung und gezielte Nutzung vorhandener Strukturen lassen sich in geeigneten Fällen Behandlungen vereinfachen und neue Perspektiven schaffen. 

FAQ zum Personal Implant System

Nein. Das Personal Implant System ist eine spezialisierte Lösung für bestimmte Ausgangssituationen, vor allem bei wenig Kieferknochen oder komplexen anatomischen Verhältnissen. Ob die Methode sinnvoll ist, zeigt erst eine gründliche Untersuchung mit moderner Diagnostik. Bei umfangreichen Befunden kann auch ein individuelles Konzept im Rahmen einer umfassenden Zahnsanierung sinnvoll sein. 

Das ist möglich. Häufig bezieht sich eine frühere Absage auf klassische Standardimplantate oder auf die damalige Ausgangslage. Durch neue Verfahren und individuelle Implantatkonzepte können sich heute andere Möglichkeiten ergeben. Eine fundierte Zweitmeinung kann sinnvoll sein. 

Ja, in vielen Fällen ist das möglich. Entscheidend sind Ausmaß des Knochenabbaus, die individuelle Anatomie und das passende Behandlungskonzept. Moderne Verfahren wie patientenspezifische Implantate können neue Möglichkeiten eröffnen. 

Die Kostenübernahme hängt von vielen Faktoren ab, etwa von Ihrer Versicherung, dem Befund und dem geplanten Versorgungskonzept. Gesetzliche Krankenkassen leisten in der Regel Zuschüsse zur Regelversorgung. Über mögliche Eigenanteile und Erstattungen informieren wir Sie transparent im persönlichen Gespräch. 

Zunächst geht es darum, Ihre Situation genau zu verstehen. Dazu gehören Ihre Wünsche, bisherige Erfahrungen, medizinische Vorgeschichte und eine Untersuchung der aktuellen Kiefersituation. Falls notwendig, ergänzen moderne Bildgebungsverfahren die Diagnostik. Anschließend besprechen wir, welche Lösungen medizinisch sinnvoll sind und wie ein möglicher Behandlungsweg aussehen kann. Zu einer seriösen Beratung gehören immer auch die möglichen Risiken bei Zahnimplantaten. 

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