Welche Arten von Zahnimplantaten gibt es?

Die Auswahl an Zahnimplantaten ist groß. Die Optionen reichen von Implantaten bestimmter Marken, über die Wahl des Materials bis hin zur Art des Implantates. Viele Patienten fühlen sich bei dieser Vielfalt an Alternativen erst einmal überfordert. Bei der Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Modell hilft es, sich erst einmal anzusehen, welche Implantate es gibt.

Welche Zahnimplantate gibt es?

Da Zahnimplantate neben ästhetischen auch funktionale Anforderungen eines Zahnersatzes erfüllen, ist es wichtig, das optimale Zahnimplantat für Ihre individuellen Indikationen auszuwählen. Dabei bietet jede Variante bestimmte Vor- und Nachteile. Die Entscheidung für oder gegen ein Implantat kann dabei auf dem Material, der Form, dem Verwendungszweck oder der Marke fußen.

Auswahl des Zahnimplantats nach Material

Die sogenannte Osseointegration beschreibt den Prozess in der Kieferorthopädie, bei dem das Zahnimplantat im Oberkiefer oder Unterkiefer mit den umliegenden Knochen und dem Gewebe verwächst. Nur wenige Materialien eignen sich für diese Integration:

Titanimplantate

Die meisten modernen Zahnprothesen sind Titanimplantate. Durch die gute Biokompatibilität der künstlichen Zahnwurzel aus Reintitan sind sie gut verträglich und rufen keine Entzündungen oder andere Komplikationen hervor. Durch die strukturierte Oberfläche verbinden sie sich schnell und besonders fest mit dem Kieferknochen.

Keramikimplantate

Keramikimplantate werden heutzutage nur noch vereinzelt genutzt. Im Gegensatz zu Titan ist Keramik ein recht sprödes Material, was in der Vergangenheit oft zu Materialbrüchen geführt hat. Auch die Einheilungszeit ist bei Keramikimplantaten mit einer Dauer von bis zu 24 Wochen etwa zwei bis vier Mal so lang wie bei Titanimplantaten.

Zirkoniumdioxid-Implantate

Zirkoniumdioxid ist ein sogenanntes Hochleistungskeramik-Material. Wenn man heute von Keramikimplantaten spricht, meint man häufig Zirkoniumdioxid. Das Material ist sehr stabil, zeigt aber Schwächen beim Einwachsen in den Kiefer.

Auswahl nach Implantat-Form

Verschiedene Implantat-Formen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. So unterscheidet man nach vor allem nach dem Verwendungszweck und der Position des Implantats im Kiefer.

Schraubenimplantate

Schraubenimplantate sind die am häufigsten genutzte Form von Implantaten. Mithilfe eines vorgefertigten Bohrlochs im Knochen schraubt der Zahnarzt das Implantat über das Gewinde ein.

Hohlzylinderimplantate

Hohlzylinderimplantate haben kein Gewinde, sondern werden mit leichten Hammerschlägen formschlüssig in einen vorgefrästen Hohlraum eingepasst. Implantate dieser Art verwendet man eher selten, da andere Implantat-Formen sich als zuverlässiger und funktionaler erwiesen haben.

Blattimplantate

Während Blattimplantate sich in ihrer Anfangszeit großer Beliebtheit erfreuten, verwendet man sie heutzutage eher weniger. Das liegt vor allem an der Stabilität, die im Gegensatz zu anderen Implantat-Arten eher gering ist.

Diskimplantate

Diskimplantate verwenden Zahnärzte ebenfalls nur noch selten. Lediglich bei Kiefern, die eine geringe Knochenhöhe aufweisen, gelten sie als gute Alternative zu anderen Implantaten.

Auswahl des Implantats nach Verwendungszweck

Basalimplantate

Ähnlich wie die Diskimplantate verwendet man Basalimplantate ebenfalls häufig bei einer geringen Knochenhöhe. Statt sie im Knochen zu verschrauben, bringt der Zahnarzt sie seitlich am Knochen an, was sie aufgrund der großen Auflagefläche sofort belastbar macht.

Schmalkiefer- bzw. Mini-Implantate

Teilweise kommt es vor, dass Kiefer zu wenig Volumen haben, um ein Schraubenimplantat einzusetzen. In diesen Fällen kommen Mini-Implantate zum Einsatz, die deutlich kleiner als herkömmliche Implantate sind, dafür aber auch eine reduzierte Stabilität aufweisen. In der Praxis verwendet man sie daher vor allem für kurzfristige Fixierungen oder als Fixierung für Zahnprothesen.

Enossale Implantate

Die meisten in der Praxis verwendeten Implantate sind enossale Implantate. Enossal bedeutet „im Knochen befindlich“ und verwachsen mit der Zeit fest mit Knochen und Gewebe. Enossale Implantate sind die Basis für Zahnprothesen, Zahnkronen und Zahnbrücken.

Subperiostale Implantate

Subperiostale Implantate liegen auf dem Knochen auf. Diese Implantate kommen zum Einsatz, wenn nicht genügend Knochenmaterial vorhanden ist, um enossale Implantate einzusetzen, beispielsweise im Falle von Knochenschwund. Der Knochen lässt sich durch subperiostale Implantate wieder aufbauen.

Auswahl nach ein- oder zweiteiligen Implantaten

Herkömmliche Implantate haben zwei Bestandteile: Das Implantat selbst und das sogenannte Abutment, das Verbindungsstück, das Implantat und Suprakonstruktionen wie Zahnbrücken oder Zahnkronen verbindet. Ob Implantat und Abutment zusammen oder getrennt vorliegen, bestimmt, ob es sich um ein ein- oder zweiteiliges Implantat handelt.

Einteilige Implantate

Bei einteiligen Implantaten sind Implantat und Abutment in einem Stück gefertigt. Da es bei einteiligen Implantaten durch Belastungen des Implantatkopfes während der Heilungsphase oft zu Entzündungen kommt, verwenden Zahnärzte diese seltener als zweiteilige Implantate. Im Gegensatz zu zweiteiligen Implantaten sind einteilige Implantate allerdings sofort belastbar. Bei Behandlungen, in denen der Patient feste Zähne an einem Tag erhalten soll, finden einteilige Implantate häufig Anwendung.

Zweiteilige Implantate

Bei zweiteiligen Implantaten sind Implantat und Abutment getrennt. Der Zahnarzt verankert hierbei zuerst das Implantat im Kiefer. Nach der Abheilungszeit befestigt er das Abutment und die Suprakonstruktion auf dem Implantat im Unterkiefer oder Oberkiefer. Diese Behandlungsmethode vermeidet bakterielle Entzündungen und lässt dem Implantat ausreichend Zeit, sich belastungsfrei in den Knochen zu integrieren.

Auswahl des Zahnimplantats nach Marke

Zwei der bekanntesten Hersteller für Zahnimplantate sind die Marken Camlog und Straumann. Die Zahnimplantate beider Unternehmen gelten als sehr robust und langlebig. Die Implantate von Straumann und Camlog werden inzwischen von Zahnärzten auf der ganzen Welt erfolgreich verwendet und haben sich auch unter Patienten einen exzellenten Ruf erarbeitet.

Worauf sollte man bei der Wahl des Implantates achten?

Zahnimplantate sind vor allem dann empfehlenswert, wenn ein Zahn nicht mehr zu retten ist. Um die dadurch entstehende Zahnlücke zu schließen, setzt der Zahnarzt ein Implantat ein. Wichtig sind dabei die Maße der Lücke, also der Durchmesser und die Tiefe. Auch individuelle Indikationen wie Knochenschwund sollten Sie bei der Auswahl beachten, um das optimale Implantat zu finden.

Das Einsetzen eines Schraubenimplantates an einem Zahnmodell

Fazit

Heutzutage sind fast alle Arten von Zahnverlust mit implantatgetragenen Zahnersatz ausgleichbar. Zu wissen, welche Implantate es gibt, hilft oft schon dabei, eine Auswahl zu treffen. Persönliche Wünsche wie bestimmte Zahnfarben, die Kombination der Suprakonstruktion mit Veneers und andere ästhetische Aspekte ergänzen dabei die funktionalen Gesichtspunkte eines Zahnimplantats.

Endlich wieder fest zubeißen oder unbeschwert lächeln können? In unseren Praxen in Dorsten, Gelsenkirchen und Wesel beraten wir Sie gerne zu Ihrem perfekten Zahnimplantat.

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